Kassensicherungsverordnung

Jetzt anfragen

Kassensicherungsverordnung Deutschland

Der Countdown läuft und die Zeit für Unternehmen wird knapp. Ab dem 01.01.2020 gilt deutschlandweit die neue Kassensicherungsverordnung. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sämtliche elektronischen Aufzeichnungssysteme umgestellt und mit einer zertifizierten, technischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet sein. Auf dieser Seite stellt ventopay die wichtigsten Informationen zur Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) zur Verfügung.

Weiterführende Informationen und technische Details zur KassenSichV können dem Whitepaper entnommen werden.

Seit 2015 regeln die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) die formalen Anforderungen an die Buchführung sowie die Aufbewahrung von steuerlich relevanten Daten und Papierdokumenten. Sie konkretisieren darüber hinaus den elektronischen Datenzugriff im Rahmen von Überprüfungen durch das Finanzamt.

Um einen ausreichenden Schutz vor Manipulation und die nachträgliche Veränderung von Transaktionen zu gewährleisten, wurde Ende 2016 das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ erlassen. Neben dem technischen Manipulationsschutz schafft es die Grundlage für eine effiziente Betriebsprüfung durch eine einheitliche, digitale Schnittstelle.

Dieser, hinsichtlich der konkreten Umsetzung, noch relativ grobe Rahmen wurde mit einer zusätzlichen Verordnung „Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr“ Ende 2017 präzisiert.

Da weder das Kassengesetz noch die Sicherungsverordnung konkrete technische Maßnahmen beschreiben, wurden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik „Technische Richtlinien“ zur Umsetzung erarbeitet.

Häufige Fragen zur Kassensicherungsverordnung

Das neue Gesetz schreibt elektronische Aufzeichnungssysteme nicht vor, sondern definiert die Anforderungen an
elektronische Aufzeichnungssysteme, wenn diese eingesetzt werden. Das bedeutet, dass offene Ladenkassen (also
eine Barkasse ohne jegliche Technik) nach wie vor erlaubt sind. Offene Ladenkassen werden jedoch nicht von
allen gesetzlichen Vorgaben ausgenommen.

Werden offene Ladenkassen eingesetzt, so muss täglich ein Kassenbericht geführt werden, welcher eine rechnerische
Ermittlung der Tageseinnahmen ermöglicht.

„Der mit offenen Ladenkassen verbundene organisatorische Aufwand kann sehr hoch ausfallen. Daher
empfehlen wir, bei Vorhandensein von offenen Ladenkassen den Ersatz dieser gegen elektronische
Aufzeichnungssysteme zu prüfen. Der Einsatz moderner Kassensysteme hilft Ihnen dabei, erheblichen
Aufwand in der Verwaltung einzusparen.“

Das Kassengesetz schreibt vor, dass alle Buchungen und die erforderlichen Aufzeichnungen einzeln, vollständig,
richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden müssen. Die Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sind
dabei täglich festzuhalten.

„Gesetzeskonforme Kassensysteme bilden die Einzelaufzeichnungspflicht ohne
Mehraufwand für den Anwender ab. Wichtig bei der Anschaffung eines neuen
Kassensystems ist, dass der Hersteller die Gesetzeskonformität bestätigt.“

Die Pflicht zur Einzelaufzeichnung besteht aus Zumutbarkeitsgründen bei Verkauf von Waren an eine Vielzahl von
unbekannten Personen gegen Barzahlung nicht. Diese Ausnahme trifft nur dann zu, wenn folgende Voraussetzungen
erfüllt sind:

  • Einsatz einer offenen Ladenkasse – Das bedeutet, die Ausnahme gilt nicht für Geschäftsfälle, die
    mit elektronischen Aufzeichnungssystemen erfasst werden.
  • Es werden ausschließlich Waren und keine Dienstleistungen an eine Vielzahl von nicht bekannten
    Personen gegen Barzahlung verkauft.

Explizit vom Gesetz ausgenommen werden elektronische Buchhaltungsprogramme sowie Waren- und
Dienstleistungsautomaten. Konkret bedeutet dies, dass für Vendingautomaten (Kaffee-, Getränke-
oder Snackautomaten) keine technische Umrüstung erforderlich ist.

„Vendingautomaten (z.B.: Kaffee-, Getränke- oder Snackautomaten) sind nicht
von den Pflichten des Kassengesetzes oder der Kassensicherungsverordnung
betroffen. Vorhandene Bezahlsysteme können weiterverwendet werden.“

Das neue Kassengesetz betrifft alle elektronischen Aufzeichnungssysteme (siehe 1.1 und 1.3) und tritt vollumfänglich
mit 01.01.2020 in Kraft.

Da die technischen Anforderungen mit in Kraft treten des Gesetzes Ende 2017 noch nicht konkret definiert waren,
räumt das Kassengesetz eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2022 ein. Diese Frist gilt für diejenigen Registrierkassen,
die nach dem 25.11.2010 und vor dem 01.01.2020 angeschafft worden sind und bauartbedingt nicht aufgerüstet
werden können.

Eine wesentliche Neuerung ist die Belegausgabepflicht. Für jeden Geschäftsfall muss ein Beleg ausgestellt und dem
Kunden übergeben werden. Der Beleg kann dabei in Papierform oder mit Zustimmung des Belegempfängers elektronisch
in einem standardisierten Datenformat ausgegeben werden. Der Beleg muss dabei in beiden Fällen in unmittelbaren
zeitlichen Zusammenhang erstellt und übergeben werden.

Nachfolgende Informationen müssen auf einem Beleg mindestens vorhanden sein:

  • Name und Anschrift des Unternehmers
  • Zeitpunkt des Vorgangsbeginns
  • Zeitpunkt des Vorgangsendes
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände
  • Transaktionsnummer
  • Entgelt und der darauf entfallende Steuerbetrag
  • Seriennummer des elektronischen Aufzeichnungssystems oder die Seriennummer des Sicherheitsmoduls

Aus Zumutbarkeitsgründen nach §148 können die Finanzbehörden von der Belegausgabepflicht befreien.

„Trotz der Belegausgabepflicht, ist in Deutschland keine Belegannahmepflicht,
wie diese beispielsweise in Österreich existiert, vorgesehen.“

Beim Einsatz eines elektronischen Aufzeichnungssystems muss der Unternehmer innerhalb eines Monats
nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme die Anschaffung bzw. Außerbetriebnahme beim Finanzamt melden.

Die Meldung an das zuständige Finanzamt erfolgt mittels Vordruckes und muss mindestens nachfolgende
Informationen beinhalten:

  • Name und Steuernummer des Unternehmers
  • Art der zertifizierten Sicherheitseinrichtung
  • Art des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems
  • Anzahl der verwendeten elektronischen Aufzeichnungssysteme
  • Seriennummer des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems
  • Datum der Anschaffung
  • Datum der Außerbetriebnahme

Die Kassennachschau ist im neuen Kassengesetz geregelt und ist, bereits vor der vollumfänglichen Wirkung des Gesetzes,
mit 01.01.2018 anwendbar.

Die Kassennachschau dient vor allem dazu, dass die ordnungsgemäße Aufzeichnung von Buchungen, Kasseneingängen
und Kassenausgängen überprüft werden kann. In der Anwendung ist die Kassennachschau effi zient und bietet
dem Gesetzgeber die Möglichkeit, während der üblichen Geschäftszeit, ohne Anmeldung und mit nur geringem,
bürokratischen Aufwand Kontrollen durchzuführen. Die Prüfung darf von jedem damit betrauten Amtsträger der
Finanzverwaltung durchgeführt werden.

Überprüft wird vor allem der ordnungsgemäße Einsatz des elektronischen Aufzeichnungssystems. Darüber hinaus
müssen auf Verlangen sämtliche Aufzeichnungen, Bücher und die für die Kassenführung erheblichen sonstigen
Organisationsunterlagen vorgelegt sowie Auskünfte dazu erteilt werden. Gegebenenfalls muss eine Einsichtnahme in
die digitalen Daten gewährt werden.

Zukünftig wird bei der Kassennachschau auch der ordnungsgemäße Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung
überprüft sowie die Daten in Form der einheitlichen digitalen Schnittstelle abgefragt. Sollten bei der Kassennachschau
Unregelmäßigkeiten entdeckt werden, so kann der Finanzbeamte direkt zu einer Außenprüfung übergehen.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden Tatbeständen der Steuergefährdungsvorschrift nach § 379 AO wurden nachfolgende
Pflichtverletzungen erweitert, wenn dadurch Steuern verkürzt oder Steuervorteile erzielt werden:

  • Nicht oder in tatsächlicher Hinsicht unrichtiges Aufzeichnen oder Verbuchen von nach Gesetz buchungs- oder
    aufzeichnungspflichtiger Geschäftsvorfälle
  • Nicht oder nicht richtiges Verwenden eines vorgeschriebenen, elektronischen und zertifizierten Aufzeichnungssystems
  • Nicht oder nicht richtiges Schützen eines elektronischen Aufzeichnungssystems
  • Geschäftsmäßige Bewerbung und In-Verkehr-Bringen von elektronischen Aufzeichnungssystemen, die den
    gesetzlichen Vorgaben nicht entsprechen
  • Ausstellen von Belegen, welche in tatsächlicher Hinsicht unrichtig sind (bereits bestehende Ordnungswidrigkeit)

Je nach Art und Schwere des Vergehens werden Bußgelder von bis zu 25.000 EUR fällig.

Kostenloses Whitepaper

Nähere Informationen zur Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) und
weitere technische Details finden Sie in unserem Whitepaper.

Weitere Fragen?

Sie haben weitere Fragen, die im Whitepaper nicht beantwortet wurden, oder Sie möchten gerne einen unverbindlichen Beratungstermin für ein gesetzeskonformes Kassensystem vereinbaren? Unser Vertriebsteam freut sich auf Ihre Nachricht!

Datenschutz

Ja, ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und akzeptiert*

Fragen? Wir unterstützen Sie gerne.

ventopay ist der Spezialist für Kassen-, Bezahl- und Abrechnungssysteme für die Gemeinschaftsgastronomie. Als Full-Service-Dienstleister bieten wir ein System aus einer Hand, das bei Betriebsrestaurants, Caterern, Kantinen, Mensen, Universitäten, Schulen, Stadien, Arenen, Freizeiteinrichtungen, Krankenhäusern und Automatenbetreibern eingesetzt wird.

Jetzt unverbindlich anfragen!

Datenschutz

Ja, ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und akzeptiert*

Support

Unser Support-Team hilft Ihnen schnell und unkompliziert bei technischen Problemen weiter:

+43 7236 3351 – 4313

support@ventopay.com

4
Top